Sponsored Post: Im Gespräch mit Sebastian Priller-Riegele, Brauereichef

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Die Freien Brauer sind eine Gemeinschaft führender, unabhängiger Familienbrauereien in Deutschland, Österreich, Luxemburg und den Niederlanden. Sie alle eint ihr Bekenntnis zum freien Unternehmertum, ihr Empfinden für Qualität und das Verantwortungsbewusstsein gegenüber Partnern und den Menschen in der Region.

Die Grundprinzipien der Gemeinschaft, die für die Freien Brauer handlungsanleitend sind, sind zusammengefasst in Sieben Werten. Heute möchte ich den Wert “Einzigartige Vielfalt” vorstellen anhand eines Gesprächs mit Sebastian B. Priller-Riegele, Chef von Riegele in Augsburg und ehemaliger Biersommelier-Weltmeister.

1. Was führte dazu, dass sich Ihr Unternehmen der Wertegemeinschaft der Freien Brauer angeschlossen hat?

Wir waren von Anfang an dabei. Damals noch in der „Braukooperation“, einem Zusammenschluss von Brauern, die gesagt haben: „wir sind klein und haben letzten Endes keine Chance gegen die übermächtigen Konzerne, deshalb lasst uns lieber zusammenarbeiten und uns gegenseitig unterstützen“. Und aus dieser, was es damals eher war, Einkaufsgemeinschaft, ist dann über die Sieben Werte, die damals hier in Augsburg geschrieben wurden, die Gemeinschaft der Freien Brauer entstanden. Das ist jetzt eine echte Wertegemeinschaft, die aus meiner Sicht weit über eine lose Kooperation hinausgeht. Man kann auch sagen, dass sich Freundschaften entwickelt haben, dass ein hohes Maß an Vertrauen da ist, ein hohes Maß an Austausch des offenen Wortes, und für uns ist das ein Teil unserer Identität geworden.

2. Sie haben in Ihrem Portfolio in der Tat die „Einzigartige Vielfalt“. Kann das den normalen Konsumenten auch möglicherweise überfordern?

Nein! Es kommt darauf an, wie man Überforderung sieht. Genuss entsteht durch Vielfalt. Wenn alles gleich ist, dann ist es kein Genuss, sondern dann ist es lediglich ein Konsum. Und wir haben ja neben dem Wert der „Großen Freiheit“ den Wert „Einzigartige Vielfalt“. Dieser Wert fängt bei uns bei den Hefen an. Ich glaube, wir haben Europas größte Hefebank mit 186 Hefen, die wir kultivieren. Allein bei unseren Traditionsbieren setzen wir schon neun unterschiedliche Hefen ein, und dann kommen noch die ganzen Brauspezialitäten und Kreationen hinzu. Magnus 16 zum Beispiel mit dreierlei Hefen, einer Ale-Hefe, einer Trappisten-Hefe, aber auch einer Champagner-Hefe. So lernen wir viel, und das ermöglicht es uns, eine Geschmacksvielfalt zu erreichen. Aber das ist nur ein Teil des Puzzles. Natürlich haben wir das Gleiche beim Hopfen oder beim Malz. Aber alles zusammen, die Kombinationen, die machbar sind, die helfen ja nur dann, wenn ich auch eine Brauermannschaft habe, die diese Klaviatur spielen kann. Wenn ich immer mal wieder gefragt werde, was die wichtigste Zutat im Bier ist, dann antworte ich: Hingabe, Leidenschaft und Wissen. Gute Rohstoffe sind eine Grundvoraussetzung für Qualität, aber nie die hinreichende Bedingung. Und so entsteht Vielfalt. Und wenn man diese Vielfalt dem Verbraucher richtig kommuniziert, dann entsteht keine Überforderung. Aber natürlich müssen guter Geschmack und Genuss auch gelernt werden. Wenn ich zum Beispiel einem kleinen Kind einen Top-Käse hinstelle, wird es ihn wahrscheinlich nicht mögen. Warum? Weil der Käse einen Charakter hat und vielleicht auch polarisiert. Es gehört auch viel Verständnis dazu, so ein Produkt richtig wertschätzen zu können. Ich glaube, da braucht es auch die Erfahrung des Genusses. Und hier verstehen wir uns so ein bisschen als Bierbotschafter.

3. In den Werten der Freien Brauer wird oft auf Regionales und Heimatverbundenes verwiesen. Reicht das, was wir bei uns als „regional“ bezeichnen, sortentechnisch heute noch aus, um international erfolgreich zu sein?

Ha! (lacht). Zunächst mal ist der Begriff der Regionalität bei den Freien Brauern so nicht gemeint, sondern der Begriff der Regionalität, den die Freien Brauer als Wert meinen, der heißt kurz gesagt: von hier, für hier. Das heißt, man lebt und man profitiert von der Gemeinschaft, also gibt man was zurück. Die Frage, ob jemand überregional mit seinen Bieren erfolgreich ist, hat mit der Regionalität nur dann was zu tun, wenn das auch den Charakter des Bieres widerspiegelt. Und da kann es sein, dass es reicht, aber es muss nicht sein. Wenn die Frage aber implizit lautet, ob ich mit den traditionellen deutschen Bierstilen international Erfolg haben kann … Ja, das kann ich. Denn die Königsklasse ist nach wie vor ein perfektes Helles. Das mit Abstand am schwierigsten zu brauende Bier.

4. Welche Bedeutung messen Sie dem aktuellen Craft-Bier-Trend bei?

Eine ganz hohe Bedeutung, und zwar aus zweierlei Gründen. Erstens: Craft, der Gedanke des Handwerklichen, was sicherlich auch unsere traditionellen Biere sind. Aber über diesen Craft-Gedanken wird die Wertigkeit des Bieres gesteigert, und Bier bekommt wieder den Stellenwert, den es verdient.
Der zweite wichtige Aspekt ist, dass dadurch auch die Brauer wieder in den Vordergrund kommen, im Vergleich zum Marketing. Was bei uns immer schon so war. Bei uns entscheiden die Brauer, und das ist, glaube ich, auch der Gedanke beim Craft-Bier, und dementsprechend gibt es eine tolle Vielfalt. Ich glaube, dass die Bedeutung wächst. Ich finde auch, dass sich die traditionellen Biere und die Brauspezialitäten nicht ausschließen, sondern ergänzen.

5. Gibt es Entscheidungskriterien dafür, die über die Absatzmenge hinausgehen, dass eine Biersorte als erfolgreich gilt und weiterhin bei Ihnen gebraut wird?

Ähm ja. (lacht wieder). Wir sind da der am unwirtschaftlichsten denkende Laden, den es gibt. Also ganz ehrlich. Wir brauen Biere, die uns Spaß machen, und, wie soll ich sagen. Das Bayrisch Ale 2 zum Beispiel, da haben wir ja so lange rumgetüftelt. Da haben wir überhaupt nicht darüber nachgedacht, ob das jetzt viele wollen, oder ob das wenige wollen, das war uns total egal. Wenn was schmeckt, dann bleibt das. Das ist der Luxus, den wir uns leisten. Und auch diese holzfassgereiften Sachen, die wir machen, sind wirtschaftlich gesehen eigentlich totaler Schwachsinn. Aber es ist einfach so schön zu sehen und es macht Freude, wenn man dann sowas mit so viel Liebe entstehen sieht und dann auch sieht, wie Leute das cool finden. Dann finden wir das auch cool, und dann bleibt das natürlich.

6. Um den Wert „Einzigartige Vielfalt“ leben zu können, bedarf es zweier Seiten. Des Brauers, der Vielfalt anbietet, und desjenigen, der diese Vielfalt in Anspruch nimmt. Was wünschen Sie sich vom Konsumenten?

Nur eines: Die bewusste Entscheidung. Das reicht.

7. Welchen der Sieben Werte der Freien Brauer stufen Sie persönlich am höchsten ein?

Ich glaube, sie haben alle eine hohe Bedeutung. Aber die „Persönliche Verantwortung“ ist für mich schon ein sehr, sehr großer Wert. Weil, wenn der Wert stimmt, alles andere kommt. Die Reihenfolge hat auch schon einen gewissen Sinn. Wir brauchen die Freiheit, arbeiten zu können mit dem, was uns richtig erscheint. Deshalb kann ich mich auch persönlich hinstellen und muss mich nicht verbiegen vor irgendwelchen Investoren und dann Entscheidungen treffen, die ich eigentlich persönlich nicht verantworten kann.

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