Craftwerk Brewing Hop Inferno

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Und gleich nochmal Craftwerk Brewing. Der Bitburger-Ableger hat nämlich ein Collaboration Brew mit der US-Craftbeer-Brauerei Hopworks Urban Brewery (HUB) aus Portland gestartet. Dabei herausgekommen ins das Hop Inferno, ein Double IPA mit satten 8,8% vol. Alkohol sowie 80 Bittereinheiten. Das ist mal eine Ansage und weckt zugegebenermaßen meine Neugier.

Speziell die beiden neuen Hopfensorten Ariana und Denali, die hier neben Citra und Polaris zum Einsatz gekommen sind, finde ich interessant. Also schnell ins Glas damit!

Dort angekommen macht speziell der Schaum eine sehr gute Figur, der cremig und feinporig ist. Überraschend war für mich auch die helle strohblonde Farbe, sind doch die meisten IPAs, die ich so verkoste, wesentlich dunkler. Leider kommt das auf dem Foto nicht raus. Ein umwerfender Geruch kommt aus dem Glas. Ich nehme tropische Früchte wahr, Citrus, etwas Pinie. Tendiert die Nase noch in eine etwas säuerliche Richtung, sind die Aromen auf der Zunge von einer herrlichen Süße geprägt. Der hohe Alkoholgehalt ist erstmal noch gar nicht wahrzunehmen, erst später im Abgang vermischt er sich mit dem hopfigen Nachhall auf dem hinteren Drittel der Zunge und lässt das Bier schön warm und satt den Rachen hinunterlaufen. Währenddessen habe ich aber keine Sekunde lang den Eindruck, dass die 80 IBU zu viel sind. Auf einer guten Grundlage von 20% Stammwürze in Verbindung mit der Malzsüße verbinden sich die Aromen wunderbar harmonisch. Und die Karbonisierung ist diesmal wirklich perfekt.

War ich vom letzten Wurf aus Bitburg, dem Mad Callista, nicht so begeistert, haben mich Braumeister Stefan Hanke und sein Team spätestens jetzt wieder eingefangen. Dieses Bier ist ein echter Knüller! Leider ist es auf 4.000 Flaschen limitiert, also nichts wie hin in den Onlineshop von Craftwerk Brewing! Fünf Sterne!

Soundtrack: Moth Into Flame – Metallica

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Harviestoun Ola Dubh

Harviestoun Ola Dubh – ich bin froh, dass ich diese Flasche im Bierland Hamburg direkt von Esther in die Hand gedrückt bekommen habe und so gar nicht erst versuchen musste, den Namen korrekt auszusprechen. Es handelt sich hierbei um eine Kooperation der schottischen Harviestoun Brewery mit einer Whisky-Destillerie namens Highland Park. Wie lange das Bier in den Whisky-Fässern lagern durfte, weiß ich nicht. Der Whisky selber war jedenfalls  12, 16 oder 30 Jahre darin, und in jeder Fass-Variante hat die Harviestoun Brewery ihr Old Engine Oil separat gelagert und auf den Markt gebracht. Ich habe heute die Special 12 Reserve im Glas.

Dort sieht sie sehr einladend aus, mit ihrem cappucinobraunen feinporigen Schaum. Der Inhalt darunter ist schwarz und schwarz. Und schwarz. Was mich aber so richtig fröhlich einstimmt, sind die Gerüche, die aus dem Glas aufsteigen. Neben der fast schon zu erwartenden Schokolade, den überschwenglichen Kaffeenoten und den karamellartigen Anklängen gibt es holzige vanilleartige Aromen. Und natürlich hat der Whisky auch seine torfigen Spuren hinterlassen. Da mag ich gar nicht wieder mit der Schnupperei aufhören…

Irgendwann hat mich die Neugier aber doch besiegt. Und ich bereue glücklicherweise nichts. Relativ süß fließt das Bier zuerst über die Zunge, bevor sich neben den karamellnoten dick und vollmundig die oben bereits erwähnten Kaffee- und Schokoladenaromen breit machen. Der Whisky hat hier eine etwas größere Bühne.

Ach, lange Rede, kurzer Sinn. Das Zeugs ist einfach großartig. Zum Schluss setzt noch eine moderate Bittere ein und macht nicht nur den letzten Schluck unvergessen, sondern auch große Lust auf den nächsten. 8% vol. Alkohol sind übrigens auch noch mit drin. Dass hier eine Höchstwertung her muss, versteht sich wohl von selbst.

Soundtrack: Out There  – Dinosaur Jr

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Sierra Nevada Bigfoot Ale

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Das Sierra Nevada Bigfoot Ale, ein Barley Wine (eigentlich: Imperial Red Ale), ist so etwas wie ein Klassiker der in Chico, Kalifornien beheimateten Craft-Brauerei. Mit 23° P Stammwürze wird der gute Tropfen gebraut und kommt so am Ende auf geschmeidige 9,6% Alkohol. Da braucht es die passende Gelegenheit, um dieses Bier aus dem Keller zu holen.

Eine feinporige hellbraune Schaumkrone verziert das kastanienfarbene Getränk. Der Duft, der bereits beim Eingießen aus dem Glas steigt, ist blumig und fruchtig, gleichzeitig aber auch malzaromatisch und karamellartig. Wenn man davon ausgeht, dass der erste Eindruck immer am meisten zählt, dann kann das heute mit diesem Test kaum noch schief gehen.

Der Eindruck setzt sich im Antrunk fort. Die ordentliche Kalthopfung mit Centennial, Cascade und Chinook sorgt für eine komplexe Assoziation mit allen möglichen Beeren. Die Aromen können sich auf dem gemütlichen Malzpolster so richtig breit machen. Das Mundgefühl ist großartig, und der Alkohol ist wahnsinnig gut verpackt. Der Körper dieses Bieres ist zwar kein Leichtgewicht, aber in Verbindung mit der Hopfung, die es auf 90 IBU bringt, wird das zum interessanten Erlebnis.

Im letzten Drittel dominiert klar der Hopfen, und im Abgang wird es recht trocken. Hier kann man sich getrost etwas Zeit lassen, bevor es mit dem nächsten Schluck weiter geht. Trotz seiner Stärke, die seien Namen mehr als gerechtfertigt erscheinen lässt, ist das Bigfoot Ale erstaunlich gut trinkbar. Natürlich weder was für jeden Tag, noch, um es in größeren Mengen zu konsumieren. Für mich eines der 100 Biere, die man mal getrunken haben sollte. Fünf Sterne!

Soundtrack: Kashmir – Led Zeppelin

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Evil Twin Brewing Lil’B

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Die Eckdaten von diesem Bier lesen sich sehr interessant auf dem Flaschenrücken. Evil Twin Lil’B, ein Imperial Porter mit stolzen 11,5% vol. Alkohol, gebraut vom Mikkeller-Bruder Jeppe Jarnit-Bjergsø. Das könnte spannend werden. Eingeschenkt.

Tiefschwarz fließt das fast schon dickflüssig wirkende Gebräu in mein Glas. Oben bildet sich eine cappucinobraune feinporige Schaumkrone, die dort erstmal ein Weilchen verbleibt. Neugierig schiebe ich meine Nase über den Glasrand. Und obwohl ich schon hohe Erwartungen an das Bier habe, werde ich nicht enttäuscht. Malzige Röstaromen strömen an meine Rezeptoren, und sie bringen Kaffee mit, dunkle Schokolade, Vanille und Karamell. Sehr überzeugend.

So auch der erste Schluck. Süß strömt es über meine Zunge und interessanterweise schwimmen auch ein paar Fruchtnoten mit, für die sich die obergärige Hefe und natürlich der Hopfen verantwortlich zeigen. Danach wird es langsam bitter, und Kaffee und Schokolade gewinnen wieder die Oberhand. Die Kohlensäure ist gut weil nicht zu stark dosiert. Im Mund wirkt das Bier nicht ganz so dickflüssig und ölig wie man beim Eingießen vermuten könnte.

Bevor es ans Finish geht, zeigen sich noch ein paar getrocknete Früchte im komplexen Aromenspiel, bevor dann die Bittere einsetzt und der endlos lange Nachtrunk folgt. An den Alkoholgehalt denke ich dabei, obwohl er hoch ist, zu keiner Zeit.

Ja, es war erwartungsgemäß spannend. Ich würde es jederzeit wieder tun. Fünf Sterne.

Soundtrack: Purple Rain – Cover von Bruce Springsteen, der zu Ehren des verstorbenen Prince seine Show in Brooklyn mit dem Song eröffnet

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