Weissbräu Schwendl Don 4 Roggnbock

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Weissbräu Schwendl Don 4 Roggnbock. Sozusagen die Donaudampfschifffahrtskapitänsmütze unter den Craftbieren.

Goldgelb und hefetrüb verströmt er beim Einschenken bereits einen weißbierartigen hefigen Geruch nach überreifer Banane, gepaart mit etwas Gewürznelke. Die Schaumkrone ist relativ fest und stabil, bis zum ersten Schluck hat sie aber nicht durchgehalten. Im Antrunk ist der obergärige Roggnbock recht säuerlich und orangenartig fruchtig, aber durchaus rund, wenn man sich darauf einlässt.

Ein wenig ratlos lässt mich dieses Bier  trotzdem zurück. Vermutlich ist das Undefinierbare im Geschmack das verwendete Roggenmalz. Der Körper ist angenehm cremig, wohl auch, weil die Kohlensäure in genau dem richtigen Maße vorhanden ist. Im Abgang kommt dann auch noch ein wenig Hopfenbittere dazu. Die 6,8% Vol. geben sich kaum zu erkennen.

Ich bin ein wenig zwiegespalten. Ich habe hier etwas wirklich Besonderes im Glas, allerdings sind säuerliche Biere einfach nicht mein Fall..

Drei Sterne. Vermutlich hat er mehr verdient, aber Geschmäcker sind halt verschieden.

Soundtrack: Megadeth – Symphony Of Destruction

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Maxlrainer Ernte Hell

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Manchmal möchte man gern ein Bier trinken, nur den Alkohol kann man gerade gar nicht gebrauchen. Alkoholfreies ist aus Geschmacksgründen auch nicht immer die Lösung. Was beim Weißbier schon länger gang und gäbe ist, nämlich ein Bier mit weniger Stammwürze und somit dann am Ende mit weniger Alkohol zu brauen, hat die Schlossbrauerei Maxlrain jetzt mit einem Hellen fortgesetzt. Ich finde, das ist eine schöne Idee und somit wert, mal getestet zu werden.

Das Bier heißt Maxlrainer Ernte Hell und kommt in einer nett gestalteten 0,5er NRW-Flasche. Auf den ersten Blick erkennt man noch nicht, dass es sich hierbei nicht um ein Helles mit „normalem“ Alkoholgehalt handelt, welches „oft als leichtes Mittagsbier serviert“ wird. Erst der Blick auf das Rückenetikett gibt preis, dass der Alkoholgehalt bei bei diesem untergärigen Hellen bei 2,8% Vol. liegt. Die Stammwürze beträgt 7,5%, laut Webseite.

Goldgelb, fast schon bernsteinfarben steht das Bier vor mir im Glas. Die Schaumkrone ist beim Einschenken sehr ausgeprägt. Als ich bereit war fürs Foto, war sie aber auch schon wieder verschwunden. Daher sieht man auf dem Bild jetzt auch nur die Flasche. Das Helle hat einen grasigen Hopfengeruch, der mir gut gefällt. Im Antrunk kommten sofort ein paar Malzaromen zum Vorschein, allerdings auch ein ganz leicht metallischer Geschmack, der mir nicht so gut gefällt. Der Körper ist wider Erwarten, wenn auch nicht im Übermaße, vorhanden.

Im Abgang kommt nochmal der malzige Geschmack gepaart mit ein paar Hopfennoten zum Vorschein. Ich bilde mir ein, sogar einige Zitrusaromen herauszuschmecken.

Alles in allem muss ich zugeben, dass ich mehr bekommen habe, als ich erwartet habe. Im Sommer könnte ich bestimmt noch mal darauf zurück kommen. Die Idee und die Umsetzung ergeben zusammen knappe drei Sterne.

Soundtrack: Ella Fitzgerald – Summertime

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Ritter Georgi Sud

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Heute möchte ich euch den Georgi Sud aus der Ritter St. Georgen Brauerei in Nennslingen vorstellen. Das untergärige Schwarzbier hat eine Stammwürze von 12,9% und 5% vol.

Vor mir steht ein sehr schönes klares Bier in einem sehr dunklen Rot mit einer ausgeprägten Krone aus recht lang anhaltendem, feinporigen Schaum. Der Geruch ist sehr malzaromatisch und süßlich. Vielversprechend.

Im Antrunk gibt sich der Ritter Georgi Sud ebenfalls sehr malzbetont, was durch den vollen Körper noch verstärkt wird. Aromen von Karamell liegen auf der Zunge. Leicht getrübt wird die Freude durch die etwas zu starke Kohlensäure, was das ganze etwas unruhig macht. So ein bisschen, als wenn man an einem schönen Sommertag im Garten oder auf dem Balkon in der Sonne sitzt und irgendwo in den Nachbargärten mäht jemand den Rasen. Kein Showstopper, aber irgendwie trotzdem ständig präsent.

Im Abgang tritt dann noch der Aromahopfen dezent zu Tage. Säure ist kaum vorhanden, was mich bei diesem Bierstil allerdings auch wundern würde.

Alles in allem für einen Freitagabend absolut in Ordnung. Drei Sterne, und wenn die Geschichte mit der Kohlensäure nicht wäre, gäbe es auf jeden Fall Raum für den vierten.

Soundtrack: AC/DC – Back in Black

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Wampenbräu Amber Ale

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Es ist soweit, und zwar gleich in zweifacher Hinsicht! Daniel von usox.org und seine Freunde haben ihren ersten kommerziellen Wurf mit dem Wampenbräu Amber Ale gemacht. Grund genug, dies zum Anlass zu nehmen, den ersten Biertest auf www.hopfen-craft.de zu veröffentlichen.

Ob die Namensgebung den kalorienbewussten modernen Biertrinker anspricht, wird sich zeigen müssen, vermutlich ist es aber nur ein Gerücht, dass der Name etwas mit der Bauchform der Brauer zu tun hat.

Kommen wir zum Wesentlichen. Nach dem Einschenken steigt ein wunderbarer Duft nach Zitrusfrüchten in die Nase. Nicht so stark wie bei einem IPA, eher etwas dezenter. Die Farbe des Bieres ist, wie der Name schon sagt, Bernstein. Die Schaumkrone war erst sehr schön, dann aber relativ schnell fast verschwunden. Im Antrunk ist das Amber Ale so fruchtig, wie der Geruch schon erahnen lässt. Die 30 Bittereinheiten kommen dann im Abgang recht deutlich zum Vorschein, was mich, der im Pils-Land groß geworden ist, aber durchaus anspricht. Säure ist relativ wenig vorhanden. Die Kohlensäure ist für meinen Geschmack ein ganz bisschen zu hoch, das verleiht dem Bier aber mit dem schlanken Körper eine leichte Spritzigkeit und macht das ganze recht süffig. Ein Sommerbier. Mit einer Stammwürze von 13 und einem Alkoholgehalt von 5,4% Vol. steigt es auch nicht zu sehr zu Kopf und macht Lust auf ein zweites.

Alles in allem ein recht gelungener erster Wurf, der gute drei Sterne verdient hat. Etwas weniger Kohlensäure und ein dichterer Körper würden es in der Wertung nach oben katapultieren. Ich bin schon sehr gepannt auf das Black IPA!

Nachtrag vom 01.08.14

Einige Monate später, einige Pale Ales später. Ich trinke mal wieder ein Wampenbräu Amber Ale aus dem zweiten Sud, der aber auch bereits wieder ausgetrunken ist. Die Jungs sorgen aber bald für Nachschub. Die mittel- bis grobporige Schaumkrone ist diesmal nicht so schnell in sich zusammen gefallen. Der Geruch ist bei diesem Sud auch noch schöner, ein süßlicher würziger Duft, garniert mit tropischen Früchten, Grapefruit, Zitrus und auch ein paar Kräuter sind zu erriechen. Obwohl mir die Kohlensäure immer noch etwas zu hoch dosiert ist, käme das Wampenbräu Amber Ale jetzt locker auf vier Sterne!

Soundtrack: Jack Johnson – Good People

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