Meantime London Pale Ale

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Das Meantime London Pale Ale ist sozusagen das Brot- und Butter-Bier der englischen Brauerei, die Mitte letzten Jahres von SAB Miller aufgekauft wurde.  Bislang war das aber noch kein Grund, keine vernünftigen Biere mehr zu brauen. Schauen wir uns heute mal das Pale Ale etwas genauer an.

Dunkelgelb in Richtung Bernstein ist der Farbton des Getränks, und es wird von einer beigefarbenen Schaumkrone verziert, die weder besonders dicht, noch langlebig ist. Es riecht schön fruchtig mit Zitrusnoten, die von Grapefruit und einem charakteristischen Hefegeruch flankiert werden. Der Antrunk ist etwas wässrig, eher wenig malzig, was aber gut zum schlanken Körper des Bieres passt. Durch die nicht zu hoch dosierte Kohlensäure hindurch kommt es zu einem kurzen, trockenen Finish.

So richtig begeistern kann mich dieses Pale Ale jetzt nicht, auch wenn ich aus dem Umfeld der großen Konzerne auch schon mehr enttäuscht worden bin. Es eignet sich sicher hervorragend, um mit Freunden ein paar mehr davon zu trinken. Als Genussbier würde ich es aber tatsächlich eher weniger bezeichnen.

Soundtrack: Meantime – The Futureheads

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Cerveza Isleña

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Um mich schon mal ein bisschen auf den bald anstehenden und lang ersehnten Urlaub einzustimmen, trinke ich heute das Cerveza Isleña, das mir ein netter ehemaliger Kollege vor einiger Zeit aus dem Urlaub mitgebracht hat. Um welchen Bierstil es sich hierbei handelt, habe ich bis zum Ende meines Biertests nicht ganz herausfinden können. Nennen wir es mal der Ordnung halber Ale. Es stammt von der Urlaubsinsel Ibiza, wo es aber laut Angabe auf der Flasche gar nicht gebraut wird, sondern hier bei uns in Deutschland. In der Erzquell Brauerei Bielstein Haas & Co., die auch ein Kölsch braut. Sehr cool allerdings ist das Behältnis, eine Dose in Form einer Flasche, dazu sehr schön gestaltet. Ob der Inhalt auch überzeugen kann?

Das Bier ist goldgelb, klar, und hat keine nennenswerte Schaumkrone. Der Geruch erinnert an Getreide, etwas Hefe kann ich auch wahrnehmen. Hopfen ist keiner zu erschnuppern. Der erste Schluck fällt eher neutral aus. Etwas Malz liegt auf der Zunge, und das war es eigentlich auch schon. Die Kohlensäure wirkt nicht gut eingebunden, die fast nicht vorhandene Bittere auch nicht. Dafür merkt man den Alkoholgehalt von 4,8% vol. Der Abgang ist leicht säuerlich, und das Wenige, was an Hopfenbittere vorhanden ist, wirkt im Hals eher unharmonisch und kratzig.

Na ja. Am Strand und auf fast 0°C heruntergekühlt könnte man wohl den Urlaub damit überleben. Ein Grund, nach Ibiza zu fahren ist dieses Bier aber sicher nicht.

Soundtrack: Cloud Rider – Paul Kalkbrenner

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Lägere Bräu Pale Ale

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Als zweites von den Bieren, die mir ein Freund aus der Schweiz mitgebracht hat, habe ich heute das Lägere Bräu Pale Ale im Glas. Es kommt von der Klosterhalbinsel in Wettingen, wo seit dem Jahr 2000 erst ganz klein, und seit 2008 in größerem Umfang gebraut wird.

Bei grünen Etiketten bekommen die Bilder bei mir immer einen Grünstich, ich bitte das zu entschuldigen. Ich muss das wohl mal mit dem Fotografen meines Vertrauens bereden.  Nun ja, das Bier ist jedenfalls goldgelb und leicht trüb. Eine ausgeprägte mittelporige Schaumkrone befindet sich darauf.

In der Nase sammeln sich die obligatorischen Zitrusaromen, vom Malz ist deutlich weniger zu riechen. Das Bier wirkt schon im Antrunk  recht bitter, und das bleibt auch im weiteren Verlauf der dominierende Eindruck, bei nur 27 IBU. Der Körper kommt eher schlank daher, und die Karbonisierung fällt im oberen Mittelmaß aus. Leider hält sich die erwähnte Bittere bis zum Schluss etwas kratzig im Hals. Nein, so richtig dicke Freunde werden dieses Pale Ale und ich heute Abend nicht mehr.

Für den warmen Sommertag am See als Durstlöscher sicher in Ordnung, und so gehen heute leider nur zwei Sterne in die Schweiz.

Soundtrack: Imitation Of Life – R.E.M.

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Lidl MALTOS – Serie

Lidl MALTOS - Serie

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Eigentlich hatte ich nicht vor, den als „handwerklich hergestellt“ vermarkteten Bieren eines Discounters hier in diesem Bierblog eine Plattform zu geben. Wegen der endlosen Diskussionen über die Lidl MALTOS – Serie in den sozialen Netzwerken und letztlich auch wegen der auf der Facebook-Seite von Hopfen-Craft teils emotional geführten Dialoge bin ich zu dem Schluss gekommen, dass ich mich dem Thema stellen muss.

Sicherlich wird es nicht leicht sein, hier unvoreingenommen zu Werke zu gehen. Zuviel Wut löst die bewusste Irreführung des Verbrauchers bei mir aus, die Lidl hier vornimmt. Anders kann ich die Verwässerung und Vernebelung der Begriffe Qualität und Handwerk nicht nennen, die in der Werbung auf ätzende Weise vollzogen wird. Transparenz sucht der Kunde vergeblich. Oder wer sind die beiden ominösen Braumeister, deren Unterschrift vorne auf den Etiketten prangt? Brauen die bei „Perlenbacher“, der Bier-Handelsmarke, die auf der Flasche ausgewiesen ist? Oder vielleicht bei der Lidl-Stiftung in Neckarsulm, wie auf dem Rückenetikett zu lesen ist? Oder doch bei der Eichbaum-Brauerei in Mannheim, die zumindest in verschiedensten Foren im Internet, die vermutlich alle voneinander abgeschrieben haben, als Braustätte genannt wird? Ich habe darüber zumindest keine gesicherte Erkenntnis. Der Slogan „Entdecken Sie Handwerk“ löst bei mir nicht nur angesichts der Mengen, die so ein Discounter in Deutschland auf den Markt wirft, große Verwunderung aus und lässt mich mit Schaudern an die Lidl Brot-Kampagne denken, die zwar wenigstens eine angemessene Reaktion eines Bäckermeisters aus der Oberlausitz hervorgerufen hat, deren Inhalt aber ansonsten weit hinter dem wahren Sachverhalt zurückbleibt. Von der unsäglichen Fleisch-Kampagne ganz zu schweigen. Nein, leicht ist so etwas nicht. Aber ich bin es euch wohl schuldig.

MALTOS Paradiso Zwickl

Recht hell, naturtrüb, mittel- bis feinporiger weißer Schaum, der mäßig lang anhält. Der Geruch ist fruchtig, würzig, floral und bringt leichte Pfirsicharomen mit. Im Antrunk bleibt das untergärige Bier weiter fruchtig, die etwas zu hoch dosierte Kohlensäure stört etwas. Der weitere Verlauf ist leicht wässrig, Bittere kommt im Abgang auf. Auf der Zutatenliste findet sich auch Hopfenextrakt, dazu komme ich später. Das Bier ist unaufgeregt, aber schmeckt nicht schlecht. Ich würde hier knapp drei Sterne vergeben, ohne die Rahmenbedingungen in die Wertung einfließen zu lassen.

MALTOS Barley Blanc

Etwas dunkler als das Paradiso und ebenfalls mit einer fein- bis mittelporigen Schaumkrone versehen. Diese hat aber nicht ganz so lang angehalten, wie beim ersten Bier. Der leicht trübe helle Bock riecht aufgrund der Hopfung mit Hallertauer Blanc wenig intensiv tatsächlich etwas sekt- oder weinartig und löst bei mir Assoziationen mit einem eher trockenen Bier aus. Gar nicht dazu passen mag der ölige und leicht sirupartig süße Antrunk, der von einem Geschmack nach überreifer Banane flankiert wird. Die Kohlensäure ist angenehm dosiert und im trockenen Abgang kommt eine leichte Bitterkeit dazu. Ebenfalls in den aufgeführten Zutaten: Hopfenextrakt. In einem regulären Biertest gäbe es hierfür heute zwei Sterne.

MALTOS Barrique Style

Ein dunkler Doppelbock, der vielleicht, wahrscheinlich aber eher nicht, in einem Holzfass gelagert wurde. Dunkelbraune Farbe, leichte Trübung, duftet malzig, beerig, etwas nach Kirsche. Im Antrunk dominiert der Geschmack von Bayrisch Blockmalz, die Kirscharomen setzen sich fort, etwas Cassis gesellt sich dazu. Der volle Körper und die gut dosierte Kohlensäure lassen ein angenehmes Mundgefühl entstehen. Hier wurde zumindest weniger Hopfenextrakt verwendet, denn bitter wird es bis zum Schluss kaum. Was ich bis zum Ende nicht gefunden habe, sind die typischen Noten, die eine Holzfass-Lagerung normalerweise, wenn sie lang genug erfolgt ist, mit sich bringt. Das ist für mich am Thema vorbei. Ergibt zwei Sterne.

Noch ein kurzes Wort zum Thema Hopfenextrakt. Dieser in der Zutatenliste extra auszuweisende Inhaltsstoff deutet sehr häufig auf eine industrielle Produktion von Bieren hin. Hopfenöle und -harze werden mittels eines chemischen Verfahrens mit flüssigem Kohlendioxid oder Ethanol aus dem getrockneten Hopfen gelöst. Die Produzenten können sich den Gehalt von Bitterstoffen und Aromen individuell einstellen lassen, so dass sichergestellt werden kann, dass die Biere immer gleich schmecken. Das ist an sich nichts Böses, aber eben auch kein klassisches Handwerk.

Angesichts dessen, was ich in meiner Jugend und auch später noch mitunter an Bier getrunken habe, ist das hier sicher interessant. Und ich möchte auch nicht die Tatsache außer Acht lassen, dass Lidl mit seiner großen Reichweite der hierzulande vielleicht gerade mal in der Schuhgröße 28 steckenden Craft-Bier-Szene einen Dienst erweist. Immerhin werden Menschen, die sich bisher nicht großartig mit dem Thema Bier auseinandergesetzt haben darauf aufmerksam gemacht, dass es an der Stelle noch was zu entdecken geben könnte. Ich selber habe auf meiner Reise durch das Craft-Bier-Universum einfach schon zu viele gute Biere probiert, als dass mich das hier gebotene irgendwie ansprechen könnte. Aber glücklicherweise haben diese Möglichkeiten ja viele andere auch. Ich kann jeden nur herzlich dazu ermutigen, sich mal umzusehen. Anregungen finden sich hier und in anderen Bierblogs zur Genüge.

So, und jetzt werde ich mir mal ein ehrliches, handwerklich aus natürlichen Rohstoffen hergestelltes Bier aufmachen. Zum Abschluss des Abends. Eins, wo ich den Brauer persönlich treffen oder ihm eine E-Mail schreiben kann und der mir dann bereitwillig Auskünfte zu den verwendeten Inhalten geben kann. Der sein Bier mit Liebe und Sorgfalt , Erfahrung und Leidenschaft gebraut hat und dabei seine kreative Ader ausgelebt hat. Und der dabei ein Bier mit Ecken und Kanten hergestellt hat, das bei mir ein Lächeln ins Gesicht zaubert, und das schon beim ersten Schluck. Eines, das mich überrascht und begeistert.

Ich werde nicht lange suchen müssen. Versprochen!

Update: Der letzte Absatz soll die Menschen, die hinter diesen Bieren stecken, in keinster Weise beleidigen oder deren eigene Arbeitsleistung herabwürdigen. Sicher war es nicht leicht, unter den Bedingungen, die so ein Discounter-Deal mit sich bringt, die Biere zu entwickeln. Vielmehr soll es zum Ausdruck bringen, dass diese Getränke eigentlich nicht hierher gehören.

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