Müllerschoppe OARIS

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Zum Wochenende gibt es mal eine Rezension, die nicht von mir allein ist, sondern aus einer Gruppenverkostung bei einer Brau-Session entstanden ist. Was tut man beim Hopfenkochen, anstatt in den Kessel zu starren, am besten, wenn um einen herum die schönsten Biere stehen und darauf warten, von genussfreudigen Menschen verkostet zu werden? Richtig geraten!

Das Bier der Wahl ist aus einer zugegebenermaßen etwas teureren Kategorie – wir bewegen uns hier um die 15,-€ pro Flasche für 0,66 l. Was bieten uns die beiden Brauer Thorsten Schoppe (Schoppebräu Berlin) und Christian Hans Müller (Hans Müller Sommelierbier), der unter anderem für sein Bier Bayrisch Nizza bekannt ist, dafür? In Kooperation haben die beiden das OARIS aufgelegt, das unter dem Label „Müllerschoppe“ vertrieben wird und streng limitiert ist auf ca. 1000 Flaschen. OARIS steht für Oak Aged Russian Imperial Stout, also erstmal ein Stout mit einem höheren Alkoholgehalt. Das Wort „Russian“ kommt daher, dass ein solches Bier erstmals im 18. Jahrhundert in England als Geschenk für die russische Zarin Katharina die Große gebraut und an diese verschenkt wurde. Fehlen noch die ersten beiden Buchstaben. Sie sagen uns, dass das Bier in Eichenfässern gelagert wurde. Zuerst in einem Glenmorangie Fass, ein schottischer Single Malt Whiskey, dann in einem Fass, in dem vorher der Müller Dreistern Sommelierbrand gereift ist.

Nachdem der klangvolle Name hinreichend erklärt ist, widmen wir uns diesem edlen Bier, das schwarz wie Schweröl in den Degustationsgläsern vor uns steht, garniert mit einer Haube von cappucinofarbenem Schaum. Ein Duft nach Kaffee und Schokolade strömt aus dem Glas.

Im Antrunk eine leichte Rumnote, gepaart mit kräftigen Aromen von Schokolade, Lebkuchen und Kaffee, dazu eine leichte Röstmalznote. Das Mundgefühl ist durch die wenige Kohlensäure beeindruckend, etwas ölig und sehr weich und rund ist der Körper dieses Stouts. Ich höre um mich herum immer wieder Wörter wie „geil!“ und „hammergeil!“, denen ich nichts hinzuzufügen habe.

Im Abgang meldet sich noch der Hopfen zu Wort. Hallertauer Perle und Saphir haben hier ganze Arbeit geleistet und lassen zum Schluss noch mal an rote Beeren denken.

Wie man vermutlich schon rauslesen konnte, waren wir uns alle einig, dass es sich hier um etwas ganz Besonderes handelt. Die Brau-Expertise von Thorsten Schoppe, der seine Kunst unter anderem bereits mit seinem sehr guten Roggen Roll Ale unter Beweisstellen durfte, gepaart mit der großen Erfahrung bei der Fasslagerung von Bieren, die Christian Hans Müller mit seinen Sommelierbieren gesammlt hat, ergeben dieses bierige Phänomen. Fünfer!

Soundtrack: Black Sabbath – Black Sabbath

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