Faust Jahrgangsbock 2011

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Heute kommt etwas Edles ins Glas. Vor mir steht eine Flasche des Jahrgangsbocks aus dem Brauhaus Faust in Miltenberg von 2011 welche ich beim Bierwichteln bekommen habe. Es handelt sich um Flasche Nummer 1.311 von 1.598. Die Zahl wurde sogar von Hand eingetragen. Allein das muss schon eine Mordsarbeit gewesen sein, und gibt dem sehr edlen Aussehen der Flasche noch mal zusätzlich eine persönliche Note.

Schnell ins Glas damit! Die Farbe ist rotbraun mit mehr Braun- als Rotanteilen. Schöner feinporiger Schaum, der sich auch eine Weile hält. Bereits beim Einschenken strömen mir Aromen von getrockneten Pflaumen und Aprikosen in die Nase, so als würde man eine Tüte Backobst öffnen.

Der erste Schluck bringt, was der angenehme Geruch verspricht. Zuerst kommt das süße malzige Aroma, welches aber die ganze Zeit von den oben angesprochenen Früchten und Waldbeeren begleitet wird. Erst im Abgang merkt man, dass man es mit einem relativ starken Doppelbock mit 7,5% Vol. zu tun hat, da der Alkohol auf der Zunge zu spüren ist. Am Ende kommt sogar etwas Bitterschokolade dazu. Interessante Mischung.

Die Kohlensäure fällt recht moderat aus, deutlich zu spüren, aber nicht im Vordergrund. So soll es sein!

Freunde, es wird Zeit, die erste fünf-Sterne-Wertung zu vergeben. Ein wirklich edles Tröpfchen. Eigentlich wollte ich die Bügelflasche nach der Häfte wieder zu machen und mir noch was für morgen übrig lassen. Ich fürchte, das wird nichts.

Soundtrack: Thelonious Monk Quartet – ‚Round Midnight‘

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Lausitzer Porter

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Letzte Woche bin ich im Getränkemarkt meines Vertrauens auf diesen Porter gestoßen. Irgendwann habe ich dieses tiefschwarze Gebräu schon mal getrunken, aber das ist mindestens zehn Jahre her, so dass ich jetzt ein zweites mal ran muss.

Ist aber gar nicht so schlimm, was ich da im Glas vor mir stehen habe. Der Geruch ist vielversprechend karamellartig süßlich. Der grobporige Schaum war nach dem Einschenken ziemlich schnell in sich zusammengefallen, was dem Porter noch mehr die Optik von Cola verleiht. Von der Süße her kommt das im übrigen auch hin, was darauf zurück zu führen ist, dass dieser Porter mit Zucker eingebraut ist. Daher ist auf dem Etikett auch nirgendwo das Wort Bier zu lesen, da Zucker bekanntlich nicht dem Reinheitsgebot entspricht.

Im Antrunk schimmern sogar ein paar Röstnoten durch, die aber sofort von der pappigen Süße erschlagen werden. Von Bitterkeit keine Spur. Man hat den Eindruck, als würde man ein leicht alkoholisches (4,4% Vol.) Karamalz trinken, nur mit etwas dickerem, öligen Körper. Die mäßige Kohlensäure macht es recht gut trinkbar, wobei mir eine Flasche aber vollkommen ausreicht. Ist wohl wie immer Geschmackssache. Meiner Frau, die sich ansonsten wenig aus Bier macht, hat der Lausitzer Porter aus der Bergquell Brauerei in Löbau jedenfalls geschmeckt. Von mir gibt es zwei Sterne.

Soundtrack: Adele – Set fire to the rain

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Wampenbräu Amber Ale

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Es ist soweit, und zwar gleich in zweifacher Hinsicht! Daniel von usox.org und seine Freunde haben ihren ersten kommerziellen Wurf mit dem Wampenbräu Amber Ale gemacht. Grund genug, dies zum Anlass zu nehmen, den ersten Biertest auf www.hopfen-craft.de zu veröffentlichen.

Ob die Namensgebung den kalorienbewussten modernen Biertrinker anspricht, wird sich zeigen müssen, vermutlich ist es aber nur ein Gerücht, dass der Name etwas mit der Bauchform der Brauer zu tun hat.

Kommen wir zum Wesentlichen. Nach dem Einschenken steigt ein wunderbarer Duft nach Zitrusfrüchten in die Nase. Nicht so stark wie bei einem IPA, eher etwas dezenter. Die Farbe des Bieres ist, wie der Name schon sagt, Bernstein. Die Schaumkrone war erst sehr schön, dann aber relativ schnell fast verschwunden. Im Antrunk ist das Amber Ale so fruchtig, wie der Geruch schon erahnen lässt. Die 30 Bittereinheiten kommen dann im Abgang recht deutlich zum Vorschein, was mich, der im Pils-Land groß geworden ist, aber durchaus anspricht. Säure ist relativ wenig vorhanden. Die Kohlensäure ist für meinen Geschmack ein ganz bisschen zu hoch, das verleiht dem Bier aber mit dem schlanken Körper eine leichte Spritzigkeit und macht das ganze recht süffig. Ein Sommerbier. Mit einer Stammwürze von 13 und einem Alkoholgehalt von 5,4% Vol. steigt es auch nicht zu sehr zu Kopf und macht Lust auf ein zweites.

Alles in allem ein recht gelungener erster Wurf, der gute drei Sterne verdient hat. Etwas weniger Kohlensäure und ein dichterer Körper würden es in der Wertung nach oben katapultieren. Ich bin schon sehr gepannt auf das Black IPA!

Nachtrag vom 01.08.14

Einige Monate später, einige Pale Ales später. Ich trinke mal wieder ein Wampenbräu Amber Ale aus dem zweiten Sud, der aber auch bereits wieder ausgetrunken ist. Die Jungs sorgen aber bald für Nachschub. Die mittel- bis grobporige Schaumkrone ist diesmal nicht so schnell in sich zusammen gefallen. Der Geruch ist bei diesem Sud auch noch schöner, ein süßlicher würziger Duft, garniert mit tropischen Früchten, Grapefruit, Zitrus und auch ein paar Kräuter sind zu erriechen. Obwohl mir die Kohlensäure immer noch etwas zu hoch dosiert ist, käme das Wampenbräu Amber Ale jetzt locker auf vier Sterne!

Soundtrack: Jack Johnson – Good People

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