Berghammer Kupfer

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Südwestlich von Regensburg, direkt an der Donau, liegt die Brauerei Berghammer Oberndorf, deren dunkles Bier mit dem ausdrucksstarken Namen „Kupfer“ ich heute probieren darf.

Eher kastanienbraun ist das unfiltrierte naturtrübe Dunkle, und wird gekrönt von einem hellbraunen fein- bis mittelporigen Schaum, der sich dort mittellang hält. Kurz nach dem Einschenken roch es leicht metallisch, dieser Eindruck hat sich aber, nachdem das Getränk eine Weile im Glas war, glücklicherweise wieder weitestgehend verflüchtigt. Vielmehr präsentiert es sich in der Nase sehr würzig und leicht malzig, das ganze wird von leichter grasiger Hopfenaromatik begleitet. Im Antrunk fällt zuerst die für meinen Geschmack bei einem Dunklen etwas zu hoch dosierte Kohlensäure auf. Hat man sich daran vorbei gearbeitet, wird es auch auf der Zunge eher würzig als malzig, und der Hopfen kommt sehr gut durch. Das ist jetzt eher nicht so vorhersehbar und macht es somit interessant. Zum Schluss setzt die Herbe dann richtig ein und sorgt für einen eher trockenen und langen Abgang. Der Alkoholgehalt liegt bei 5,6% vol.

Ich bin jetzt nicht uneingeschränkt begeistert, aber freue mich trotzdem in diesem Fall, dass ich nicht genau das bekommen habe, was ich erwartet habe. Somit gehen heute in der Gesamtwertung drei Sterne nach Oberndorf.

Soundtrack: Bullets & Rocks – Calexico

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Urban Chestnut Hallertauer Winterperle

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Seit meinem Besuch in der Hallertau verfolge ich alle dortigen Aktivitäten weiter sehr aufmerksam. Noch einigermaßen neu auf dem Markt ist die Urban Chestnut Hallertauer Winterperle. Ein dunkles Lager mit besonderer Hopfennote für die kalte Jahreszeit, wie mir das nett gestaltete Etikett schon vorab verraten mag. Außerdem gibt es dort noch an interessanten Informationen, dass das Bier 5,8% vol. Alkohol enthält, die Stammwürze 13,8% beträgt und als Aromahopfensorte Hüll Melon verwendet wurde. Wenn das keine guten Aussichten sind!

Irgendwo zwischen sehr dunklem Bernstein und Kastanienbraun ist der Farbton zu finden. Der fast stabile Schaum ist größtenteils feinporig und hat einen sehr hellen Braunton. Beim Geruchstest gibt es erstmal keine größeren Überraschungen. Malz trifft auf eine feine Hopfenaromatik, die aber weniger stark ausfällt als erwartet. Leichte Anklänge von Honigmelone und Erdbeeren sind aber erkennbar.

Schon besser gefällt mir da der Antrunk. Sehr harmonisch und nicht zu süß kommt das Bier daher, die Karbonisierung ist nahezu perfekt auf das Bier abgestimmt. Die feinen hopfigen Noten tauchen erst im letzten Drittel auf und machen die Sache rund. Tatsächlich bringt das Bier so eine leicht winterliche Stimmung rüber, der etwas höhere Alkoholgehalt wärmt von innen. Ich finde das Bier insgesamt ganz gut, hätte mir aber etwas mehr Hopfenaromatik vorstellen können. Trotzdem sind es gute drei Sterne geworden.

Soundtrack: The Sun Goes Down – Thin Lizzy

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Fürst Carl Dunkel

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Spätestens seit dem Gewinn des European Beer Star in Gold steht dieses Dunkle auf meiner Probierliste. Jetzt muss man allerdings sagen, dass das auf eine Unzahl von Bieren zutrifft, und das nicht nur wegen des EBS. Die natürliche Neugier, wenn mir ein interessant erscheinendes Bier begegnet, ist noch lange nicht erloschen. Ehrlicherweise wird sie sogar mit jedem getrunkenen Bier größer.

Man scheint sich über die Goldmedaille verständlicherweise sehr gefreut zu haben. Dies spiegelt sich zumindest überdeutlich im Etikett der 0,5 l NRW-Flasche wieder. Im Glas ist das Bier kastanienbraun und wird von einem anhaltenden leicht beigefarbenen Schaum bedeckt. Der Geruch, der schon beim Einschenken in die Nase geht, ist wirklich lecker. Malzig süß, Karamell und mit leichten Röstaromen versehen. Verheißungsvoll. Der erste Schluck bestätigt, was die Nase schon längst wusste. Toffeeartige Süße, etwas Schokolade ist auch dabei und zum Schluss setzt auch noch eine leichte, sehr angenehme Bittere ein. Die Kohlensäure ist für meinen Geschmack sogar etwas hoch dosiert, was in meinem subjektiven Empfinden dem Bier jetzt die Höchstwertung kostet. Das ist aber Kritik auf hohem Niveau, denn ansonsten passt hier für mich alles. Lange halten sich die genannten Aromen noch auf der Zunge, was mir neben einem zufriedenen Lächeln auch noch bringt, dass ich heute gerne vier Sterne nach Mittelfranken schicke.

Soundtrack: Karl – Milk auf Ex

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Schnitzlbaumer Export Dunkel

Schnitzlbaumer Export Dunkel

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Kürzlich gab es bei uns einen Familienausflug ins Chiemgau zur Privatbrauerei Schnitzlbaumer, die in Craft-Bier-Kreisen auch unter dem Namen Headless Brewing bekannt ist. Ich habe auf der Hopfen-Craft – Facebook-Seite darüber berichtet. Am Ende eines schönen und interessanten Tages hat mir der Chef Philipp Frauendörfer netterweise noch ein kleines Probier-Sortiment überreicht. Anfangen möchte ich heute mit dem Schnitzlbaumer Export Dunkel, da mir dieses dort schon gut gefallen hat.

Die Farbe: Kastanienbraun. Darüber befindet sich für einige Zeit eine feinporige, nicht ganz weiße Schaumkrone. Der Geruch gefällt mir heute auch wieder: Schön intensiv röstig, das mag ich bei dunklen Bieren. Dazu etwas Karamell. Der Körper ist eher schlank und die Kohlensäure so, dass das Bier auch langsam getrunken werden darf. Macht man das genau so, offenbart sich auch im Mund eine röstige Malznote und ein karamelliger Nachtrunk. Ein wenig Restsüße, aber nicht zuviel, macht dieses dunkle Bier mit den 5,2% Alkohol (Stw. 12,4%) unheimlich süffig. Bitter wird es weniger. Ein klassischer Schweinebraten mit Knödel und Kraut dazu, und die Welt ist in Ordnung.

Ein Dunkles für jeden Tag. Für Industriebier-Trinker vielleicht eine Offenbarung, und für jemanden, der ständig auf der Suche nach dem perfekten Bier ist, sicher kein Rückschritt. Das belohne ich gerne mit vier Sternen.

Soundtrack: Heast as nit – Hubert von Goisern

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