Het Uiltje Ransuil Russian Imperial Stout

Het Uiltje Ransuil Russian Imperial Stout

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Heute: Ein Russian Imperial Stout aus den Niederlanden. Schon beim Eingießen war die Vorfreude riesig. Ehrlich gesagt habe ich bisher noch nie ein Bier dieses Stils verkostet, welches mich überhaupt nicht angesprochen hat oder das ich öde fand. Die Viskosität, die man bereits ganz kurz nachdem der erste Tropfen in das Glas gefallen ist, sieht. Der cappucinobraune sahnige Schaum, der schier endlos auf dem Bier steht. Komplexe Geruchsnoten, die fast immer Schokolade, röstigen frisch gemahlenen Kaffee und unendlich viel malzige Süße enthalten. All das habe ich mir für den heutigen Test wieder gewünscht. Und mein Wunsch scheint in Erfüllung zu gehen.

Der Antrunk enthält neben den oben bereits herbeigesehnten Aromen noch eine leicht beerenfruchtige Komponente. Die relativ hohe Restsüße und die gering dosierte Kohlensäure tragen ihr übriges dazu bei, dass ich bei diesem Biertest mit einem Lächeln im Gesicht dasitze. Der Alkoholgehalt von 10,5% vol. hat damit nichts zu tun.

Das Finish ist lang. Sehr lang. Die Röstaromen haben es sich auf der Zunge richtig gemütlich gemacht, und eine leichte Herbe macht das Gesamtbild rund und den Abgang trocken. Ein solides Imperial Stout, dass mal eben locker vier Sterne einfahren kann.

Mal probieren? Hier…

Soundtrack: Strange Machines – The Gathering

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Evil Twin Brewing I Love You With My Stout

Evil Twin Brewing I Love You With My Stout

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Vielleicht nicht unbedingt im klassischen Sinn ein Sommerbier ist das Evil Twin Brewing I Love You With My Stout. Aber auch wenn es dieses Attribut nicht hat, hält es doch einiges mehr bereit. Die 12% vol. Alkohol, könnte man meinen. Fallen diese doch beim aufmerksamen Betrachten des Flaschenetiketts als erstes ins Auge. Tatsächlich ist das aber nicht der entscheidende Punkt. Aber eins nach dem anderen, immer schön cool bleiben.

Die Optik ist so, wie man sie sich bei einem Imperial Stout wünscht. Tiefschwarz, blickdicht, ölig und versehen mit einer feinporigen braunen Schaumkrone. Es duftet verführerisch nach Schokolade und frisch gemahlenem Kaffee, süß, röstig und malzig.

Instinktiv fällt der erste Schluck von der Menge her eher klein aus. Der Geruch lässt erahnen, dass man es hier mit einem schweren Geschütz zu tun hat. Explosionsartig entfalten sich die komplexen Aromen auf der Zunge. Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Zartbitterschokolade, Espresso, zum Ende hin etwas Herbe. Selbst Tabak kommt mir kurzzeitig in den Sinn. Ewig lang halten sich die Aromen noch auf den Geschmacksknospen. Um das festzustellen, muss das Glas aber erstmal leer werden, weil meine Geduld ansonsten nicht ausreicht. Es macht einfach viel zu viel Spaß, dieses dunkle Gebräu im Mund herumkreisen zu lassen. Die extrem passend dosierte Kohlensäure und der ölige, volle Körper des Bieres tragen nicht unwesentlich dazu bei.

Schon echt eine Granate, was Jeppe Jarnit-Bjergsø, der „böse Zwilling“ von Mikkellers Mikkel Borg Bjergsø da auf den Biertrinker losgelassen hat. Bei einer Verkostung mit Anfängern wäre das hier nicht das Imperial Stout meiner Wahl. Zu allen anderen Gelegenheiten allerdings sehr wohl. Fünf Sterne, aber nur, weil es keine sechs gibt!

Soundtrack: Afraid To Shoot Strangers – Iron Maiden

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Karl Strauss Brewing Company Wreck Alley Imperial Stout

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Imperial Stouts haben es mir irgendwie angetan. Mit Sicherheit hat dieser Bierstil immer einen festen Platz unter den Top 5 meiner favorisierten Arten von Bieren. Das heißt aber nicht, dass es das Karl Strauss Brewing Company Wreck Alley Imperial Stout deswegen heute leicht haben wird in meinem Test; nein, das bedeutet höchstens, dass die Messlatte hier ziemlich hoch liegt.

An der Menge wird es schon mal nicht scheitern. Mit 0,65 l ist bei einem Bier mit 9,5% vol. Alkohol eigentlich auch schon die gesundheitsfördernde Biermenge für einen Abend überschritten. Sucht euch also lieber einen oder zwei genussfreudige Mittrinker.

Diese können sich dann ebenfalls an dem schönen feinporigen bräunlichen Schaum erfreuen, der auf dem tiefschwarzen Gebräu steht. Oder auch an dem verführerischen Duft nach Kaffee und Schokolade, der nicht weiter verwundert, wurde doch beides in diesem Imperial Stout mit verarbeitet.

Einerseits finde ich so etwas ja spannend, andererseits frage ich mich bei solchen Zutaten jedesmal, ob das wirklich unbedingt nötig gewesen wäre, wo ich doch schon mindestens genauso gute und hocharomatische Biere dieses Stils verkostet habe, die mit den vier Grundzutaten ausgekommen sind. Ich meine damit auch gar nicht das Reinheitsgebot. Bei einem belgischen Wit zum Beispiel würde ich den Koriandersamen oder die getrockneten Orangenschalen sicher nicht in Frage stellen, die gehören halt zum Grundrezept. Aber wenn ich, wie in diesem Fall, das Ergebnis auch anders erreichen könnte, dann muss ich mir als Brauer die Frage nach der Notwendigkeit wohl auch mal gefallen lassen.

Der Antrunk gestaltet sich ebenfalls dominiert von Schoko und Kaffee, und dann sind da auch noch noch ein paar Beerenfrüchte und Rosinen. Die Karbonisierung ist angenehm und nicht zu stark.

Im Nachtrunk bleibt alles noch eine Weile auf der Zunge erhalten, und ich kann nicht sagen, dass ich hier von der Gesamtperformance enttäuscht bin. Somit gehen vier Sterne nach San Diego.

Zu kaufen gibt es dieses Bier bei Bier-Deluxe.

Soundtrack: Fred Jones Part 2 – Ben Folds

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Schönramer Imperial Stout Ruby Port

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Ich wurde mal sehr gelobt für die Aussage, dass ein gutes Bier nicht unbedingt eine Story braucht, sondern seine eigene Geschichte erzählt. Das war auf einer berühmten Münchner Biermesse, so ca. nach der 11. Verkostungsrunde. Es hat mich nur nie jemand gefragt, wie das so genau vonstatten geht. Möglich wäre vielleicht ein Interview, welches ich heute mit dem Schönramer Imperial Stout Ruby Porter führen werde. Dieses hat gerade eine sehr spannende Lebensphase hinter sich, nämlich eine 14-Monatige Lagerung in einem Holzfass, das vorher mit Portwein belegt war. Bestimmt kann es uns einiges davon berichten.

 

Interview mit einem Bier

H-C: Grüß Gott, wie man im schönen Bayern zu sagen pflegt. Ich freue mich, Sie kennenzulernen.

SISRP: Habe die Ehre! Danke, dass Sie mich zum Interview in Ihr Glas eingeladen haben!

H-C: Wie ich hörte, sind Sie schon viel herumgekommen, man sagt, Sie sollen sogar mal in einem Holzfass gewohnt haben?

SISRP: Ja, das stimmt. Mein Vater, der berühmte Braumeister Eric Toft, hat mich dort hineingepumpt. Er wollte, dass ich den richtigen Schliff fürs Leben bekomme und meinen Horizont erweitere.

H-C: Und wie war das da drin? War Ihnen nicht langweilig? 14 Monate sind ja eine lange Zeit!

SISRP: Ach nein, das war schon OK. Mein Vormieter, ein Portwein, hat einiges dort zurückgelassen, und ich hatte ja viel Zeit, mich damit zu beschäftigen. Ich habe mich einfach komplett in diese Welt versetzt, und dabei bin ich wohl auch ein Stück weit ein anderes Bier geworden.

H-C: Inwiefern?

SISRP: Na ja, wissen Sie, wenn jemand lange ein Holzfass bewohnt, dann hinterlässt er automatisch Spuren. Und diese Aromen wird man als Nachmieter nicht mehr ohne weiteres los, wenn man sich, so wie ich, auf die Suche danach begibt. Obwohl ich meinen Vormieter, den Portwein, nie persönlich kennengelernt habe, fühle ich mich ihm sehr verbunden.

H-C: Sind Ihre alten Tugenden bei dieser Exkursion auf der Strecke geblieben?

SISRP: Glaube ich nicht. Immerhin hatte ich schon immer einen starken Charakter, genau wie meine Brüder, die sich ebenfalls längere Zeit in Holzfässern aufgehalten haben, um dort nach Spuren ihrer Vormieter zu suchen. Nein, ich bin nach wie vor von tiefschwarzer Farbe, habe diverse Schoko- und Kaffeearomen und 9,5% vol. Alkohol. Da sind einfach nur neue Facettten zu meinem Charakter hinzu gekommen.

H-C: Fühlt man sich nach so einem Aufenthalt im Holzfass überhaupt noch rezent?

SISRP: Nein, nicht wirklich! Als ich wieder ans Tageslicht kam, war ich völlig entkarbonisiert, und mein Vater musste erstmal mit viel Co2 nachhelfen, um mich wieder in Form zu bringen. Jetzt ist diesbezüglich aber wieder alles im Lot.

H-C: Noch eine letzte Frage: Wo trifft man Sie in Ihrer Freizeit?

SISRP: Meistens bin ich im gut sortierten Getränkehandel unterwegs.

H-C: Ich danke Ihnen für dieses Gespräch!

 

Soundtrack: Ruby Tuesday – The Rolling Stones

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