Schoppe Bräu Black Flag

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Mir fehlt noch genau ein Bier aus dem Schoppe-Sortiment welches ich noch nicht getestet habe. Dies ist mir neulich beim Verlinken der Biere in dem Interview, das ich mit Thorsten Schoppe in Berlin führen durfte, aufgefallen. Es handelt sich um das Schoppe Bräu Black Flag und ist ein Imperial Stout.

Schwarz und blickdicht, wie man es von diesem Biertyp erwartet, sieht es aus. Oben drauf befindet sich ein cremiger cappucinofarbener Schaum, der feinporig ist und relativ lange anhält. Damit ist der Optik schon mal absolut Genüge getan. Wenn der Schaum etwas zurück gegangen ist, kann man die Nase ins Glas halten, das machen wir jetzt mal. Süßlich riecht es, nach Kaffee und Schokolade, aber auch etwas Banane, so ähnlich wie mein Banana Split neulich in der Eisdiele meines Vertrauens. Nur natürlich nicht in der Intensität, aber auch nicht weniger reizend.

Der Antrunk ist sehr intensiv, wozu auch die sehr gut dosierte Kohlensäure beiträgt. Der Körper ist mehr als vollmundig und neben der sehr angenehmen Süße kommen Noten von Kaffee und Schokolade zum Vorschein, die zwar bei einem Stout auch irgendwie zu erwarten waren, aber trotzdem das Herz erfreuen.

Im Abgang liegen diese zusammen mit ein paar röstigen Aromen noch lange auf der Zunge, und es ist auch keine Säure zu spüren.

Wenn ich eine Eisdiele hätte, würde ich wohl in Betracht ziehen, das Banana Split mit ein-zwei Esslöffeln von diesem herrlichen Imperial Stout mit den 9% vol. Alkohol zu verfeinern. Dann könnte man auch jedesmal, wenn jemand so einen Eisbecher bestellt, den Rest austrinken, nachdem die zwei Esslöffel entnommen sind, damit der Rest nicht absteht. Also ich habe keine Eisdiele, vielleicht liest das ja hier jemand, der eine hat. Für alle anderen lohnt es sich auch so, sich davon eine Flasche aufzumachen. Vier Sterne nach Berlin!

Soundtrack: Running Wild – Under Jolly Roger

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Samuel Smith’s Imperial Stout

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Heute mal wieder ein Importbier, und zwar ein schönes dunkles. Direkt aus Britannien in mein Glas mit Umweg über die sehr schön gestaltete 355 ml-Flasche fließt heute das Samuel Smith’s Imperial Stout.

Fast dickflüssig und schwarz wie die Nacht wirkt es beim Einschenken und es steigt ein verlockender Geruch nach Kaffee und Schokolade in meine Nase. Der Schaum auf dem blickdichten Bier hat die Farbe von Latte Macchiato, ist feinporig und lang anhaltend.

Im süßen Antrunk kommen die schokoladigen Röstnoten noch stärker zur Geltung, aber auch ein paar Aromen, die an Backobst und Rosinen erinnern. Die Kohlensäure ist nicht zu stark dosiert und der Körper dieses Imperial Stouts ist schön vollmundig.

Der Abgang ist ein klein wenig trocken, und der Hopfen darf auch noch mitspielen, denn es wird ein bisschen herber. Dazu kommt noch eine dezente Säure. Die 7% Alkohol hingegen gehen komplett unter.

Der Bierstil liegt mir ja sowieso gut, aber unabhängig davon haben wir es hier mit einem tollen Bier zu tun, das ich sofort wieder mitnehmen würde, wenn es mir im Laden begegnet. Die meisten Bewertungen, die ich im Netz so finde, kommen auf vier Sterne. Da gehe ich mit.

Soundtrack: The Black Keys – Little Black Submarines

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Schönramer Imperial Stout

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Schönramer Imperial Stout. Aus der privaten Landbrauerei Schönram kommen die 0,33 l rabenschwarzes Glück direkt zu mir ins Glas geflossen. Ich bin ehrlich gesagt etwas skeptisch bei diesem Biertest, da 9,5% Vol. Alkohol eigentlich zu viel für mich sind. Aber ich werde einfach wie immer vorurteilsfrei versuchen, die Sache anzugehen. Auch wenn ich bis zum 30.01.2029 (Mindesthaltbarkeitsdatum) noch etwas Zeit für diesen Test gehabt hätte.

Sehr schön ist auf jeden Fall schon mal die Optik. Ein hellbrauner cremiger Schaum, der sehr lang anhaltend ist, schmückt dieses absolut schwarze Bier. Ein etwas säuerlicher Geruch, der darüber hinaus aber auch noch ein paar Kaffee -und Schokoladennoten enthält, strömt mir bereits beim Einschenken aus dem Glas entgegen.

Der erste Schluck offenbart einen guten Teil Bitterschokolade und Kaffee, daneben noch ein paar Trockenfrüchte. Das war jetzt der Punkt, an dem ich befürchtet hatte, vom Alkohol erschlagen zu werden. Aber siehe da: Nichts. Man merkt zumindest im Antrunk diesem Stout diesbezüglich nichts an. Sehr angenehm ist auch die moderate Kohlensäure.

Was allerdings schon spürbar ist, ist der deutlich fruchtig-hopfenbittere Abgang. Und spätestens jetzt entsteht ein leicht taubes Gefühl auf der Zunge und es wird schön warm im Bauch.

Ich muss sagen, dass ich positiv überrascht bin. Zwar habe ich immer mal wieder gehört, dass der Braumeister Eric Toft dort in Schönram hervorragende Biere braut. Nun kann ich es bestätigen.

Das einzige, was mir heute nicht gefallen hat, ist der leicht säuerliche Geruch des Bieres. Daher „nur“ vier Sterne, was aber sicher auch ein beachtliches Ergebnis ist.

Stammwürze: 21°P

Soundtrack: Star Wars Soundtrack – The Imperial March

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Müllerschoppe OARIS

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Zum Wochenende gibt es mal eine Rezension, die nicht von mir allein ist, sondern aus einer Gruppenverkostung bei einer Brau-Session entstanden ist. Was tut man beim Hopfenkochen, anstatt in den Kessel zu starren, am besten, wenn um einen herum die schönsten Biere stehen und darauf warten, von genussfreudigen Menschen verkostet zu werden? Richtig geraten!

Das Bier der Wahl ist aus einer zugegebenermaßen etwas teureren Kategorie – wir bewegen uns hier um die 15,-€ pro Flasche für 0,66 l. Was bieten uns die beiden Brauer Thorsten Schoppe (Schoppebräu Berlin) und Christian Hans Müller (Hans Müller Sommelierbier), der unter anderem für sein Bier Bayrisch Nizza bekannt ist, dafür? In Kooperation haben die beiden das OARIS aufgelegt, das unter dem Label „Müllerschoppe“ vertrieben wird und streng limitiert ist auf ca. 1000 Flaschen. OARIS steht für Oak Aged Russian Imperial Stout, also erstmal ein Stout mit einem höheren Alkoholgehalt. Das Wort „Russian“ kommt daher, dass ein solches Bier erstmals im 18. Jahrhundert in England als Geschenk für die russische Zarin Katharina die Große gebraut und an diese verschenkt wurde. Fehlen noch die ersten beiden Buchstaben. Sie sagen uns, dass das Bier in Eichenfässern gelagert wurde. Zuerst in einem Glenmorangie Fass, ein schottischer Single Malt Whiskey, dann in einem Fass, in dem vorher der Müller Dreistern Sommelierbrand gereift ist.

Nachdem der klangvolle Name hinreichend erklärt ist, widmen wir uns diesem edlen Bier, das schwarz wie Schweröl in den Degustationsgläsern vor uns steht, garniert mit einer Haube von cappucinofarbenem Schaum. Ein Duft nach Kaffee und Schokolade strömt aus dem Glas.

Im Antrunk eine leichte Rumnote, gepaart mit kräftigen Aromen von Schokolade, Lebkuchen und Kaffee, dazu eine leichte Röstmalznote. Das Mundgefühl ist durch die wenige Kohlensäure beeindruckend, etwas ölig und sehr weich und rund ist der Körper dieses Stouts. Ich höre um mich herum immer wieder Wörter wie „geil!“ und „hammergeil!“, denen ich nichts hinzuzufügen habe.

Im Abgang meldet sich noch der Hopfen zu Wort. Hallertauer Perle und Saphir haben hier ganze Arbeit geleistet und lassen zum Schluss noch mal an rote Beeren denken.

Wie man vermutlich schon rauslesen konnte, waren wir uns alle einig, dass es sich hier um etwas ganz Besonderes handelt. Die Brau-Expertise von Thorsten Schoppe, der seine Kunst unter anderem bereits mit seinem sehr guten Roggen Roll Ale unter Beweisstellen durfte, gepaart mit der großen Erfahrung bei der Fasslagerung von Bieren, die Christian Hans Müller mit seinen Sommelierbieren gesammlt hat, ergeben dieses bierige Phänomen. Fünfer!

Soundtrack: Black Sabbath – Black Sabbath

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