Rhaner Pale Märzen 1904

Rhaner Pale Märzen 1904

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Wenn man von seinem Getränkehändler eine dringende Empfehlung und eine Flasche Rhaner Pale Märzen geschenkt bekommt, kann das zweierlei bedeuten. Entweder, es handelt sich um den totalen Ladenhüter, den der Tandler nicht mal selber trinken mag, oder um ein großartiges Bier, das unters Volk gehört. Ob hier das eine oder das andere zutrifft oder auch gar nichts von beidem, soll der heutige Biertest zeigen.

Die Bernsteinfarbe, die ganz leichte Trübung, der mittel- bis feinporige Schaum oben drauf und der tolle Geruch nach Aprikose, Mango und Zitrusfrüchten mit dem märzentypischen malzigen Unterbau lassen jedenfalls schon mal die Hoffnung zu dass es hier in die richtige Richtung geht.

Der Antrunk. Positiv fällt die für meinen Geschmack perfekt dosierte Kohlensäure auf. Schön gemütlich macht sich erstmal toffeeartiges Malz in meinem Mund breit. Darüber liegen die in der Nase bereits präsenten Aromen von Mango und Zitrus, hier hat der Simcoe-Hopfen seine Spuren hinterlassen. Bitter wird es bis zum Schluss nicht allzu sehr. 5,6% vol. Alkohol, 13,5% Stammwürze, soweit die nüchternen Fakten. Ich finde, dass es tatsächlich ein gelungenes Bier ist und somit seine vier Sterne durchaus verdient hat.

Soundtrack: Last Nite – The Strokes

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Riegele Michaeli

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Zum Geburtstag soll es heute etwas ganz Besonderes sein. Aus diesem Grund öffne ich heute zusammen mit der Familie eine Flasche Riegele Michaeli. Hierbei handelt es sich um eine limitierte Handabfüllung eines hopfengestopftenMärzen, das in einer edlen Champagnerflasche mit echtem Korken daherkommt. Die Riegele BierManufaktur hat mich ja bislang noch nie enttäuscht, daher erwarte ich keine größeren Überraschungen. Das allerdings haben sich vor der WM 2014 einige Spanier bestimmt auch gedacht. Also hilft nur, diesen edlen Tropfen einmal genauer unter die Lupe zu nehmen.

Gut gekühlt auf ca. 10° C steht das Bier nach dem obligatorischen Anstoßen im Teku-Pokal vor mir. Der Geruch lässt schon mal keine Wünsche offen, süßes Malz gepaart mit einer fruchtigen Zitrusnote. Die Farbe ist ein trübes hellgelb, gekrönt wird das ganze von einem feinporigen weißen Schaum.

Der Antrunk gestaltet sich ebenso nett, wie der Geruch. Das Bier ist schön spritzig, aber die Kohlensäure ist auch nicht so stark, dass man die fruchtigen Noten in dem schönen Malzbett nicht schmecken könnte. Auf dem Etikett ist zu lesen: „Sonderedition mit Pilsner- und Münchner Malz, Gerstenmalz ‚Steffi‘, Cascade Hopfen; Stammwürze: 14° Plato, fröhlich im Antrunk, samtig in der Textur, fruchtig in der Erinnerung; 6% Vol. Alc.“.

Damit ist auch schon fast alles gesagt, außer dass im Abgang kaum Bittere zum Vorschein kommt, was der Süffigkeit dieses Bieres sehr zugute kommt. Gerne teilt man so etwas nicht, es sei denn, es handelt sich um die eigene Familie oder um gute Freunde. Schönes Leben hier!

Soundtrack: Stevie Wonder – Happy Birthday

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Ottenbräu Märzen

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Auf besondere Empfehlung probiere ich heute mal das Ottenbräu Märzen aus Abensberg. Der Name Märzen leitet sich aus dem Monat März ab. Früher, als es noch nicht möglich war, das Bier ganzjährig zu kühlen, braute man untergärige Biere, die zur Gärung niedrigere Temperaturen benötigen, nur im Winter. In die Gärkeller wurden zu diesem Zweck wenn möglich Eisblöcke gebracht, die ungefähr bis in den März hielten. In Bayern kam noch dazu, dass man nur zwischen September und April brauen durfte, wegen der erhöhten Brandgefahr beim Biersieden. Damit man in den Monaten dazwischen nicht ohne Bier war, braute man ein besonders haltbares. Dies erreichte man durch Erhöhung der Stammwürze und des Alkoholgehalts sowie einer stärkeren Hopfung.
Was ist davon heute noch geblieben? Das am längsten haltbare Bier trank man auf dem Oktoberfest, daher kommt es, dass auch heute noch auf der Wiesn eine Art Märzen hauptsächlich ausgeschenkt wird. Was noch geblieben ist, sind die Kastanienbäume in den Biergärten. Sie wurden angepflanzt, um die Kellereingänge der mit Eis bestückten Lagerkeller vor zu starker Sonneneinstrahlung zu schützen, da ihre großen Blätter reichlich Schatten spenden.

Aber jetzt zu diesem Märzen. Die Farbe ist sehr schön und irgendwo zwischen Bernstein und Kupfer. Die mittel- bis feinporige weiße Schaumkrone ist stabil. Der Geruch des Bieres ist süßlich malzig mit einer leichten, nicht sehr stark ausgeprägten Hopfenblume.

Ein leckerer toffeeartiger Karamellgeschmack im Antrunk sorgt gleich mal für gute Laune am Tisch. Die Kohlensäure ist genau richtig getroffen, nicht zu spritzig, aber auch nicht schal. Das Bier hat einen mittleren Körper. Alkoholgehalt: 5,5% Vol.

Im Abgang ist das Bier würzig und eine fruchtige Hopfennote kommt hinzu. Im Nachtrunk etwas trocken, aber der schöne Karamellgeschmack bleibt erhalten. Süffig.

Vier Sterne nach Abensberg.

Soundtrack: Neil Young – Rockin‘ In The Free World

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Hofmark Ähre

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Habe die Ähre! Mit einer dunkelroten Farbe, verziert von einer lang anhaltenden feinporigen Schaumkrone begrüßt mich dieses naturtrübe Festbier aus der Hofmark Brauerei in Loiflingen, was nordöstlich von Regensburg liegt. Die Brauerei im Bayerischen Wald ist in der Craft-Bier-Szene wohl vor allem als Importeur der schottischen Brewdog-Biere bekannt. Heute gilt es festzustellen, ob dort im Haus auch selbst gutes Bier produziert wird.

Nachdem ich das Bier aus der kompakten 0,33 l Bügelflasche ins Glas befördert habe, erinnert mich der Geruch ein  bisschen an ein Bockbier. Süßer Malzgeruch und dazu aromatischer blumiger Hopfen lädt zum sofortigen Trinken ein. Der erste Schluck offenbart einen mittelschlanken Körper, der so eigentlich gar nicht zu erwarten war, was aber nicht negativ gemeint sein soll. Mit der Kohlensäure hat man sich etwas zurückgehalten, gut so! Der Geschmack ist recht würzig, getreideartig. Dazu ein paar Honig-Aromen. Sehr süffig. Ich muss aufpassen, dass das Glas nicht leer ist, bevor ich hier alles zum Besten gegeben habe.

Am Ende kommt der Hopfen. Aber auch sehr sachte, wir haben es auch nur mit 30 Bittereinheiten zu tun. Im Nachtrunk noch mal Honig und ein paar Kräuteraromen.

5,9% Vol. ; Stammwürze 13°P

Doch, ich muss sagen, die Ähre gefällt mir. Etwas mehr Körper würde so einem recht süßen Bier aus meiner Sicht zugutekommen, was natürlich Geschmackssache ist. Trotzdem reicht es heute für knappe vier Sterne. Es war mir eine Ähre!

Soundtrack: Foo Fighters – In Your Honor

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