Störtebeker Keller-Bier 1402

CIMG2956

Das Störtebeker Keller-Bier 1402, mit Bindestrich, wurde mir vor ein paar Tagen netterweise von der in der Hansestadt Stralsund beheimateten Brauerei nebst weiterem Sortiment als Muster zur Verfügung gestellt. Ich habe mir jetzt mal exemplarisch zuerst das Kellerbier, ein unfiltriertes Pils, vorgenommen, da es gut in die Jahreszeit mit den ersten warmen Tagen passt.

Zuerst fällt die schöne leuchtend gelbe Farbe ins Auge. Die Schaumkrone ist nicht allzu üppig, aber langlebig. Kräuterig und etwas grasig dominiert im Geruch der Hopfen, von dem auch gleich vier Sorten in dem Getränk verarbeitet wurden. Darunter liegt ein Kornfeld, das sich an einem warmen Sommertag seicht im Wind bewegt. So zumindest meine spontane Assoziation. Vielleicht sind das auch die Spätfolgen von zu vielen Jahren Fernsehbierwerbespotkonsum. Egal, zurück zum Testobjekt, von dem ich dankenswerterweise noch keine TV-Werbung gesehen habe.

Jetzt müsste das Bier langsam die empfohlene Trinktemperatur von 10° C erreicht haben. Und auch im Antrunk kommt der präsente, aber nicht aufdringliche malzige Unterbau, der sehr gut mit dem Hopfen harmoniert, gut zur Geltung. Die fein perlende Kohlensäure, die optimal dosiert ist, macht die Sache noch runder. Zum Schluss wird das Hopfenaroma und die Bitterkeit präsenter, und spätestens hier merkt man, dass man es mit einem Pils zu tun hat. 4,8 % vol. Alkohol,  Stammwürze 11,1%. Das sind die Daten eines erfrischenden Sommerbieres. Gefällt mir tatsächlich gut, auch wenn der geschmackliche Eindruck nicht ganz das erfüllt, was der Geruch verspricht.  Wenn dieses Keller-Bier in Süddeutschland etwas besser verfügbar wäre…nein. Think global, drink local. Aber wenn ich mal wieder an der Küste bin, weiß ich mit Sicherheit, was ich zu tun habe. Vier Sterne.

Soundtrack: Wish You Were Here – Pink Floyd

4 votes, average: 4,00 out of 54 votes, average: 4,00 out of 54 votes, average: 4,00 out of 54 votes, average: 4,00 out of 54 votes, average: 4,00 out of 5 Loading...

Giesinger Bräu Untergiesinger Erhellung

image

Um die Wartezeit auf die vier neuen Craft-Bier-Sorten vom Giesinger Bräu etwas zu verkürzen, möchte ich heute das Giesinger Bräu Untergiesinger Erhellung vorstellen. Man kann ja der Meinung sein, dass ein weiteres Helles in München vielleicht nicht das ist, worauf alle gewartet haben. Auch wenn dieses, da es unfiltriert ist, als Kellerbier vermarktet wird. Ich jedenfalls bin der Meinung, dass, wenn man die Konzernbiere mal außen vor lässt, außer Augustiner eigentlich heutzutage nicht mehr viel Trinkbares übrig bleibt, was direkt aus München kommt. Tilman’s Das Helle mal wegen der noch nicht so guten Verfügbarkeit ausgenommen, und natürlich einige andere Nicht-Konzern-Biere.

Naturtrüb, das finde ich schon mal gut. Irgendwie bekommen auch Standard-Biere dadurch optisch so einen „urigen“ Charakter. Die Farbe: Hellgelb. Wenn dann noch, wie in diesem Fall, die Schaumkrone fest und feinporig ist und steht wie eine Eins, dann macht das die Kehle gleich noch trockener.

Bevor es soweit ist mit dem Trinken, wird selbstverständlich noch der Geruch gecheckt. Eine feine hopfige Zitrusnote ist hier deutlich wahrnehmbar, und jetzt kann ich wirklich nicht länger widerstehen.

Erfrischend durch die nicht zu sparsam dosierte Kohlensäure läuft der erste Schluck gleich mal so durch. Vollmundig ist es, gut ausbalanciert, und Hallertauer Tradition, Hallertauer Mittelfrüh sowie Saphir sorgen am Ende für eine feine Hopfenaromatik. 5,3% vol. Alkohol und milde 18 Bittereinheiten runden die Sache ab.

Dieses Bier ist wirklich sehr süffig und man kann ruhig auch ein paar mehr davon trinken. Als Grill- und Gartengetränk jetzt schon mein Bier des Sommers! Vier Sterne.

Soundtrack: Stand Inside Your Love – The Smashing Pumpkins

4 votes, average: 4,00 out of 54 votes, average: 4,00 out of 54 votes, average: 4,00 out of 54 votes, average: 4,00 out of 54 votes, average: 4,00 out of 5 Loading...

Bayreuther Bierbrauerei AG Aktien Zwick’l

image

Immer mal wieder begegnet mir in verschiedenen Getränkeläden republikweit das Bayreuther Bierbrauerei AG Aktien Zwick’l. Wenn etwas auf regional getrimmt ist und den Anschein erweckt, man hätte es hier mit einer Spezialität aus einer kleinen Brauerei zu tun und gleichzeitig fast überall zu haben ist, schreit das natürlich nach einer kleinen Internetrecherche.

Die Braustätte gehört zur Brauerei Gebrüder Maisel, die mit ihrer Marke Maisel & Friends in der deutschen Craft-Bier-Landschaft ihren festen Platz hat. Da eine Vertriebskooperation zwischen Maisel und Veltins besteht, erklärt es sich, warum dieses Bier so gut verfügbar ist. Soweit, so gut. Werfen wir einen Blick auf das Getränk.

Naturtrüb, dunkelgelb, schon fast ins bräunliche übergehend ist das Bier, und mit einer mittel- bis feinporigen Schaumkrone verziert, die sogar recht ausdauernd ist. Es riecht würzig und leicht hefig, mit viel Wohlwollen auch leicht zitrusfruchtig. Wiedererkennungswert ist da aber keiner vorhanden.

Geschmacklich verhält es sich ganz ähnlich. Malziger Antrunk, nicht übermäßig rezent, so dass es sich auch gut aus der Flasche trinken lässt. Solider Körper, vollmundig ist es auch. Der Alkoholgehalt liegt bei 5,3% vol. Von daher passt alles. Hopfenaromatik lässt sich auch im Abgang bestenfalls erahnen, und wenn die Flasche ausgetrunken ist, hat man dieses Bier auch schon wieder vergessen. Ein Allerweltstyp, der nicht stört. So wie eine flüchtige Bekanntschaft auf einer Bahnfahrt, mit der man ein nettes Gespräch führt, die man beim Aussteigen aber auch schon wieder vergessen hat. Hat alles seine Berechtigung.

Soundtrack: The Invisible Man – Queen

3 votes, average: 3,00 out of 53 votes, average: 3,00 out of 53 votes, average: 3,00 out of 53 votes, average: 3,00 out of 53 votes, average: 3,00 out of 5 Loading...

 

Lösch-Zwerg Kellerbier

wpid-wp-1421943248288.jpeg

Von der Brauerei Schimpfle aus Gessertshausen erreichte mich vor ein paar Tagen ein Paket mit einem praktischen Viererträger des neuen Lösch-Zwerg Kellerbier, das ab sofort in einer Limited Edition zu haben ist.

Die Brauerei, die mit einem Jahresausstoß von mehr als 120.000 Hektolitern hierzulande schon dem gesunden Mittelstand zuzurechnen ist, zeigt mit dem Lösch-Zwerg mit seinem coolen Pull-Off-Verschluss seit 1998, dass sie modern und aufgeschlossen ist, und neue Käuferschichten zu überzeugen in der Lage ist. Bei vielen anderen in dieser Größenordnung ist man oft zu sehr in seinen Traditionen gefangen und lehnt diesen vermeintlich „neumodischen Kram“ gern ab. Beispielsweise wie in diesem Fall das „Hopfenstopfen“, in der Craft-Bier-Szene seit Jahren wieder gang und gäbe, und jetzt auch öfter mal von größeren Brauereien praktiziert.

imageAm Ende zählt aber der Geschmack, also höchste Zeit, sich das einmal genauer anzusehen.

Das Bier ist trüb und hat eine dunkelgelbe, fast schon in Richtung Orange gehende Farbe. Der Schaum ist fast weiß, feinporig, und hält sich mittelmäßig lang.
Die Kalthopfung mit Citra und Cascade gibt ein schönes fruchtiges Aroma, wenig überraschend dominiert hier Zitrus, darunter liegt ein feinwürziges Bouquet.

Der Antrunk ist etwas brotig, die Zitrusaromen kommen im Geschmack nicht mehr besonders hervor. Das ist aber in diesem Fall in Ordnung, will man doch den „normalen“ Biertrinker vermutlich nicht gleich überfordern.
Im weiteren Verlauf wird es leider etwas wässrig, was durch den relativ schlanken Körper des Bieres auch nicht unbedingt verbessert wird. Die Kohlensäure ist gut dosiert im höheren Bereich. Stammwürze und Alkohol liegen bei 12,6% bzw. 5,2% vol.

Zum Ende hin setzt eine leichte Hopfenbittere ein, der Abgang bleibt aber insgesamt gesehen eher kurz.

Ein nettes kleines Bierchen, das sicher Potenzial hat, den einen oder anderen Biergenießer neugierig zu machen, was Brauer und Brauerei dann freuen dürfte. Das wird heute von mir mit drei Sternen belohnt.

Soundtrack: One Angry Dwarf and 200 Solemn Faces – Ben Folds Five

3 votes, average: 3,00 out of 53 votes, average: 3,00 out of 53 votes, average: 3,00 out of 53 votes, average: 3,00 out of 53 votes, average: 3,00 out of 5 Loading...
Visit Us On FacebookVisit Us On TwitterVisit Us On Google PlusCheck Our Feed