Faust Doppelbock Dunkel

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Von meiner Brauerei-Besichtigungstour in Miltenberg, Unterfranken, habe ich natürlich auch was mitgebracht. Neben einigen Kostbarkeiten aus dem „Schatzkeller“ der Brauerei habe ich den Faust Doppelbock Dunkel im Gepäck, den ich heute mal vorstellen möchte. Eins vorab: Faust-Biere sind außerhalb von Miltenberg und Umgebung schwer zu bekommen, was auch so gewollt ist und von den Machern beispielsweise mit dem Satz „International unbedeutend. National eher zweitrangig. Regional der Hammer.“ hervorgehoben wird.

Rotbraun mit fein-mittelporigem Schaum, der relativ lange anhält – das ist der erste Eindruck.

Beim Riechen zeigt sich einmal mehr, dass wir es hier mit Brauern zu tun haben, die sich mit ihrem Bier in einer Region behaupten müssen, die auch für ihren guten Wein bekannt ist. Intensiv malzig strömen mir die Aromen entgegen, dunkle Beeren, Sherry, ein bisschen Honig. Mir läuft schon das Wasser im Mund zusammen.

Ein sehr voller, wuchtiger Körper trifft auf eine ausgewogene Kohlensäure. Der Antrunk ist sehr rund, und die beerigen Aromen tanzen mit dem Malz auf der Zunge. 7% vol. Alkohol (Stammwürze 18,9%) lassen darüber hinaus sowieso keine Langeweile aufkommen.

Am Ende wird es leicht trocken, hier meldet sich jetzt der Hopfen zu Wort.

Gefällt mir, dieser dunkle Doppelbock. Und da es ihn nur von April bis Oktober gibt, und die Lagerfähigkeiten eines derartigen Bieres äußerst gut sind, bin ich auch froh, dass ich mir nicht nur eine Flasche davon mitgebraucht habe. Vier Sterne.

Soundtrack: White Room – Cream

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Hamburger Senatsbock

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Frisch eingetroffen aus dem Norden: Der Hamburger Senatsbock!

Die fünf Hamburger Brauereien Blockbräu, Joh. Albrecht Hamburg, Gröninger Privatbrauerei, Kehrwieder Kreativbrauerei und die Ratsherrn Brauerei haben eine alte Tradition aus den 1950er Jahren wiederbelebt und in einem „fünffachen Co-Brew“ einen dunklen Doppelbock gebraut. Dies wurde seinerzeit ebenfalls immer zum Jahresende von den Hamburger Brauereien so gemacht. Zum Anfang des Jahres wurde dann die sogenannte 5. Jahreszeit, die Bockbierzeit, eingeläutet.

Zu einer gelungenen Vermarktung gehört natürlich auch eine gut gemachte Homepage. Hier könnt ihr alles noch mal nachlesen, wenn ihr mögt.

Schauen wir uns doch mal das Bier an. Die Etikettengestaltung ist an das Design aus den 1950er Jahren angelehnt und dabei sanft modernisiert worden. Sehr gelungen!

In einem sehr dunklen Rot, das schon fast schwarz wirkt, kommt der Doppelbock daher. Die Schaumkrone ist feinporig und fest wie frisch geschlagene Sahne, allerdings in einem cappucinofarbenen Braunton. Der Geruch ist sehr vielseitig. Erstmal süßlich, dann steigen die Röstaromen kraftvoll in die Nase. Eine Tafel Zartbitter-Schokolade ist mit an Bord sowie einige Trockenfrüchte. Das macht Lust auf den ersten Schluck.

Dieser fällt wie erwartet sehr röstig und vollmundig aus. Ich muss unwillkürlich an einen frisch gebrühten Espresso denken. Die Kohlensäure ist perfekt dosiert und lässt viel Raum, die komplexen Aromen zu erschmecken. Im weiteren Verlauf wird es etwas trockener, was sich im ewig lang anhaltenden Abgang noch fortsetzt und verstärkt.

Ich wüsste natürlich zu gern, wie der Original-Senatsbock geschmeckt hat. Mit Sicherheit muss sich diese Neuauflage aber nicht dahinter verstecken, denn natürlich hat beim Brauen des Hamburger Senatsbock auch die Neuzeit Einzug gehalten, was man beispielsweise daran erkennt, dass unter anderem die amerikanische Hopfensorte Amarillo verwendet wurde, die dafür bekannt ist, eher blumige Zitrus- und Orangennoten zu produzieren. Die Stammwürze liegt bei 18,4%, der Alkoholgehalt bei 7,7%. Gestachelt ist dieser Bock übrigens auch sehr zu empfehlen.

Unter fünf Sternen geht hier heute mal gar nichts!

Soundtrack: La Paloma – Hans Albers

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Aecht Schlenkerla Rauchbier Urbock

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Eines der wenigen Dinge, die ich dem Herbst und Winter abgewinnen kann ist die Tatsache, dass dann die schönen dunklen Doppelböcke ausgeschenkt werden. Heute haben wir es mit einem besonderen Exemplar zu tun, nämlich dem Aecht Schlenkerla Rauchbier Urbock. Ein dunkler Doppelbock mit 17,5% Stammwürze und 6,5% vol. Alkohol, der in der langen Tradition der Bamberger Brauerei mit Rauchmalzen eingebraut wird.

Feinporig und lang anhaltend steht der beigefarbene Schaum auf dem sehr dunkelbraunen Bier. Ein röstiger, rauchiger Geruch steigt mir in die Nase und weckt Assoziationen mit geräuchertem Tiroler Speck.

Der erste Schluck ist malzig süß, wie es sich für einen Doppelbock gehört, die Rauchnote ist auch hier sehr präsent. Das vielfach prämierte Bier hat einen wunderschön vollmundigen Körper und eine gut ausbalancierte Kohlensäure, die nicht aufdringlich wirkt. Ein paar Schokoladenaromen und Kaffeenoten treffen auf Trockenfrüchte und Rosinen.

Nach hinten raus kommt eine feine Bittere (40 IBU) zum Vorschein, und der leicht trockene Abgang gestaltet sich recht lang. Tatsächlich handelt es sich um ein recht süffiges Bier. Zumindest, wenn man erstmal mit den Rauchnoten warm geworden ist. Unterstützend kann hier sehr gut ein geräuchertes Stück Fleisch oder Wurst beitragen.

Ein weicher, runder Doppelbock, der jedem zu empfehlen ist, der sich mal mit Rauchbieren auseinandersetzen möchte. Vier Sterne.

Soundtrack: Euphoria – Spiritual Beggars

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Samichlaus Classic

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Aus der Brauerei Schloss Eggenberg kommt das Samichlaus Classic, ein besonders starkes Bier, das ich mir zum heutigen Nikolaustag eingeschenkt habe. Es wird nur einmal im Jahr gebraut, nämlich am 06. Dezember, und dann erstmal zehn Monate gelagert, bevor es in den Verkauf geht. Ich habe hier den 2013er Jahrgang. Samichlaus ist übrigens die Schweizer Bezeichnung für den Nikolaus.

Es hat eine sehr schöne rotbraune Farbe, beim Einschenken entsteht kurz ein brauner Schaum, der aber innerhalb einer halben Minute wieder verschwindet. Ein starker alkoholischer Malzgeruch, der gepaart ist mit Aromen von dunklen Beerenfrüchten und Backpflaumen sowie Schokolade.

Exakt in dieser Kombination, aber mit anderen Ausprägungen, sind auch die Eindrücke im Antrunk. Hier kommen die Aromen von Backpflaumen besonders zum Ausdruck, dazu gesellen sich ein paar Datteln. Ich hätte nicht gedacht, dass ein Bier mit stolzen 14% vol. Alkohol (28% Stammwürze) so gut schmecken kann. Egal, was da alles an Schokolade im Nikolausstiefel zu finden ist, das hier zu übertreffen wird schwierig. Eigentlich sollte man sich davon eine oder zwei Flaschen irgendwo in der hintersten Ecke des Kellers verstecken und erstmal für zehn Jahre vergessen. Das könnte diesem Bier noch mal zu ganz anderen Noten verhelfen.

Die Konsistenz wirkt fast schon ölig, der Abgang ist ausgesprochen lang. Hier gibt es dann bedingt durch den hohen Alkoholgehalt nochmal eine scharfe, pfeffrige Note, die mit den oben beschriebenen Aromen ausgezeichnet harmoniert.

Das ist sicher nichts für Anfänger, und auch nichts für Autofahrer. Allen anderen würde ich es dringend ans Herz legen. Ein besonderes Geschmackserlebnis, und es wärmt nicht nur die Kehle an kalten Winterabenden.

Prost Nikolaus!

Vier Sterne.

Soundtrack: Band Aid 30 Germany (Do They Know It’s Christmas)

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